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Vortragsreihe " Migration und Integration - Wissenschaftliche Perspektiven aus Deutschland und der Türkei"

Der Themenkomplex Migration und Integration, der die Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei seit den 1950er Jahren mitbestimmt, hat im Jahr 2015 eine weitere Dimension erhalten: Neben den Bereichen Transmigration, Integration und Interkulturalität wurde die Flüchtlingskrise und die damit einhergehenden Herausforderungen für die Türkei, Deutschland und die anderen EU-Mitgliedsstaaten zu einem wichtigen Thema, mit dessen wirtschaftlichen, humanitären sowie gesellschaftlichen Folgen sich besonders die Türkei und Deutschland konfrontiert sehen. Der starke Anstieg der Zahl von Menschen, die Schutz vor Krieg, Verfolgung und Not suchen, stellt vornehmlich die Türkei, die bis Januar 2016 ca. 2,2 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen hat, und Deutschland, das im Vergleich zu den anderen EU-Ländern zahlenmäßig, die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat, vor große soziale, politische, gesellschaftliche sowie juristische Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund führte das DAAD-Informationszentrum Ankara 2016 in Kooperation mit dem DAAD- und dem AvH-Alumni-Verein Ankara sowie dem Forschungszentrum für Migration und Integration der Hacettepe Universität eine Alumni-Vortragsreihe mit dem Titel „Migration und Integration - Wissenschaftliche Perspektiven aus Deutschland und der Türkei" durch. Die Vortragsreihe verband „klassische Themen deutsch-türkischer Migrationsforschung mit der aktuellen Situation syrischer Flüchtlinge in Deutschland und der Türkei, sowie mit den jeweils nationalen Strategien zur Hilfe, Bildung und Integration.

Die Vorträge der ersten drei Panels im Frühjahr, Sommer und Herbst setzten sich mit der aktuellen Situation syrischer Flüchtlinge in der Türkei und Deutschland, den Integrationsstrategien ins deutsche und türkische Bildungssystem, den Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf die beiden Länder sowie mit den psychologischen Folgen von Flucht und Vertreibung auseinander. Die Abschlussveranstaltung im Dezember 2016 widmete sich den transnationalen Dimensionen deutsch-türkischer Beziehungen.

     An der Auftaktveranstaltung zum Thema „Syrische Flüchtlinge in der Türkei und der Region" mit Vorträgen von Prof. Dr. Murat Erdogan (Hacettepe Ü) und Metin Corabatir (IGAM) nahmen 100 ZuhörerInnen teil. Darunter waren auch Mitarbeiter-Innen der deutschen und österreichischen Botschaft sowie verschiedener NGOs. Die zweite Veranstaltung zum Thema „Flüchtlingspolitik neue Herausforderungen und Kooperationsmöglichkeiten" mit Beiträgen von Doc. Dr. Basak Kale (ODTÜ), Doc. Dr. Ayselin Yildiz (Yasar Ü) und Simona Gatti von der EU-Delegation in der Türkei, die von Prof. Dr. Nail Alkan von der Gazi Universität moderiert wurde, fand am 24. Mai 2016 statt und widmete sich dem Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei aus unterschiedlichen Perspektiven.

Zur dritten Veranstaltung am 28. November 2016 meldeten sich 120  Personen an. 106 nahmen an der Veranstaltung, die sich dem Thema „Aktuelle Situation syrischer  Flüchtlinge in der Türkei" beschäftigte, teil. Neben Erhan Gümüsoy vom Türkisches Präsidium für Auslandstürken, der über die Integration syrischer Flüchtlinge in das türkische Hochschulsystem referierte und Doc. Dr. Özlem Dirilen- Gümüs von der Hacettepe Universität in Ankara, die in ihrem Vortrag die Psychische Folgen von Fluchterfahrungen am Beispiel syrischer Flüchtlinge in der Türkei darstellte, beteiligte sich auch Melanie Scott von UNHCR mit einer Präsentation zum Thema „Die aktuelle Situation syrischer Flüchtlinge in der Türkei und aktuelle Projekte zur Integration syrischer Flüchtlinge in der Türkei und in Nachbarstaaten". Im Anschluss an die Vorträge fand eine Paneldiskussion statt, an denen das Publikum sich rege beteiligte.

 Mit dem Thema "deutsch-türkischer Transmigration beschäftigte sich das Abschlusssymposium der gemeinsamen Alumni-Vortragsreihe Nach der Begrüßung des Publikums durch Doc. Dr. Eyüp Duman, dem Vorsitzenden des DAAD-Alumni-Vereins in Ankara, und einer Vorstellung der Referenten durch Sarah Schackert-Feld, der Leiterin des DAAD-Informationszentrums, die auch durch die Veranstaltung führte, eröffnete Herr Prof. Dr. Nail Alkan von der Gazi Universität das Symposium mit seinem Vortrag zum Thema „Vom Gastarbeiter zum Transmigranten". Im Anschluss daran stellte Doc. Dr. Burak Gümüş von der Trakya-Universität in Edirne die Ergebnisse seiner 2015 durchgeführten Studie zur Rückkehr von hochqualifizierten Personen der Nachfolgegeneration ehemaliger türkischer Gastarbeiter von Deutschland in die Türkei vor. Der Vortrag von Doc. Dr. Can Ünver von der Baskent Universität in Ankara beschäftigte sich mit Konflikt schürenden öffentlichen Perzeptionen und deren Auswirkungen auf die Identität sogenannter TransmigrantInnen.

Das Publikum nahm die Gelegenheit wahr, im Anschluss an die Vorträge Fragen an die Referenten zu richten. Insgesamt 50 Personen folgten der Einladung zum Symposium, das die Abschlussveranstaltung der Alumni-Vortragsreihe darstellte.