Dilan Gümüştaş war im Jahr 2018 mit einem Intensivsprachkurs-Stipendium für zwei Monate in Berlin und hat nach knapp einem Jahr auf unserem Alumni- und StipendiatInnen-Empfang im Generalkonsulat Istanbul über ihre Erfahrung gesprochen.

Wir sind alle heute hier, weil sich unsere Wege irgendwie mit dem DAAD kreuzten. Und ich bin sicher, der DAAD hat uns allen viel gebracht.

Dilan Gümüştaş, 22, ehemalige ISK-Stipendiatin

"Sehr geehrte Damen und Herren,
Herzlichen willkommen zu dem DAAD Alumni- und StipendiatInnen-Empfang.

Ich heiße Dilan Gümüştaş. Ich bin 22 Jahre alt und studiere Jura im vierten Studienjahr an der Bahçeşehir Universität.

Letzten Sommer habe ich einen ISK-Stipendium vom DAAD erhalten. Ich war zwei Monaten in Berlin und habe dort ein Intensivsprachkurs im DID-Deutsch Institut besucht.
Ich habe ein Zimmer in Berlin gemietet und habe mit einer deutschstämmigen Dame zusammengelebt. Da unsere gemeinsame Sprache nur Deutsch war, konnten wir uns auch nur auf Deutsch unterhalten. Das war sehr hilfreich für mich war mehr Deutsch zu lernen.

Und Der Intensivsprachkurs war sehr effektiv, weil alle Lehrer uns sehr geholfen haben. Wir hatten jeden Tag circa fünf stunden Unterricht. Zum Glück hatte ich keine türkischstämmigen Klassenkameraden, daher fiel es mir leichter Deutsch zu lernen. Und ich habe kein Englisch mit meinem Klassenkameraden gesprochen, weil ich mich zwingen wollte, immer Deutsch zusprechen.

Auf der anderen Seite, war es sehr schön in Berlin zu sein. Berlin ist ein sehr schöne kosmopolitische und lebendige Stadt, wo ich mich wieder gefunden habe. Es gibt viele kulturelle Aktivitäten wie Konzerte, Opern, Theater und Museen. Und es ist die Stadt der Freiheit für mich. Viele verschiedene Kulturen leben zusammen mit Respekt. Wenn Sie ein Jurastudent sind, sind Sie vom Parlament und der Politik begeistert. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, die man in zwei Monaten nicht alle besuchen konnte.

Vor dem ISK habe ich am Goethe-Institut einen einjährigen Deutschkurs besucht und ein A2-Zertifikat erworben. Aber ich hatte nicht die Möglichkeit jeden Tag Deutsch zu sprechen und konnte nicht wirklich üben. Nach 2 Monaten in Berlin, war mein Deutsch viel besser als vorher. Und ich bin mit meinem B2-Zertifikat zurück gekommen.

Dank dieses Stipendiums, konnte ich von Berlin aus viele weitere, sehr schöne Städte besuchen. Ich habe viele Freundschaften geschlossen und viele tolle Erinnerungen und Erfahrungen gesammelt.

Hier möchte ich eine kurze Geschichte von mir erzählen. Eigentlich bin ich als Kind einer asylsuchenden Familie  in Deutschland geboren woren. Aber als ich acht Jahre alt war, wurde meine Familie aus Deutschland abgeschoben und ich konnte mich nicht einmal von meinen Freunden und meinem Lehrer verabschieden. Und nach über 10 Jahren konnte ich letzten Sommer meine Lehrer, meinen Kindergarten, mein Haus, in dem ich lebte und meine Straße, auf der ich spielte, besuchen. Diese Erfahrung war ganz toll und emotional für mich. Ich muss dem DAAD danken. Denn wenn ich dieses Stipendium nicht bekommen hätte, könnte ich alle diese Erinnerungen nun nicht haben.

Zum Schluss möchte ich Ihnen sagen, dass dieses Stipendium und der DAAD mein Leben verändert haben. Vor dieser Erfahrung wollte ich in Zukunft eine Rechtsanwältin werden. Aber nach der Rückkehr hat sich meine Meinung geändert. Heute bin ich sicher, dass ich eine akademische Karriere antreten will und hierfür meine weitere Bildung in Deutschland absolvieren möchte.

Wir sind alle heute hier, weil sich unsere Wege irgendwie mit dem DAAD kreuzten. Und ich bin sicher, der DAAD hat uns allen viel gebracht. Ich freue mich sehr, ein Teil der DAAD-Familie zu sein.

Ich wünsche allen, die nach Deutschland gehen, eine tolle Erfahrung.

Danke für das Zuhören!"

Generalkonsulat Istanbul, Gümüşsuyu Istanbul, 13. Juni 2019