Lea Schwacke, Sprachassistentin, Akdeniz Universität, Antalya

Meine Zeit in Antalya verging wie im Flug. Im Zuge der COVID-19-Entwicklungen entschied ich mich schweren Herzens kurzfristig dazu, meinen Aufenthalt in der Mittelmeermetropole zu unterbrechen. Wie die meisten Universitäten hat auch die Akdeniz Universität ihren Lehrbetrieb vorübergehend eingestellt. Auch der Flugverkehr zwischen der Türkei und Deutschland wurde zeitweise ausgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt befinde ich mich wieder in Deutschland und hoffe, meine Lehrtätigkeit so bald wie möglich in digitaler Form wiederaufnehmen zu können. Die Germanistikabteilung der Universität arbeitet zurzeit mit Hochdruck an der Bereitstellung von Online-Lehrangeboten und -materialien für die Studierenden.

Diese unfreiwillige Pause möchte ich nutzen, um meinen bisherigen Lehraufenthalt in der Türkei zu reflektieren. Ich vermisse den Universitätsalltag, meine Kolleg/innen und Freund/innen sowie die Stadt Antalya bereits jetzt. Als Sprachassistentin an der Akdeniz Universität dazu beitragen zu können, bei den Germanistikstudierenden das Interesse an der deutschen Sprache und Kultur zu fördern, bereitet mir große Freude. Ich wurde mit der Durchführung von lehrwerkbasiertem Deutschunterricht auf Sprachniveau C1 sowie von einer Reihe eigens konzipierter landeskundlicher Unterrichtseinheiten betraut. Auch außerhalb des Unterrichts sind die türkischen Studierenden stets offen für Aktivitäten wie dem Gedanken- und Ideenaustausch beim deutschen Stammtisch, für Filmabende oder für das gemütliche Beisammensein im von mir organisierten Sprachcafé. Bei Fragen konnte ich mich stets an meine Kollegin und Mentorin, die DAAD-Lektorin Frau Dr. Nilgün Yüce, wenden, die einen großen Beitrag leistete, mich in das Kollegium zu integrieren.

Die lebendige Millionenstadt Antalya, die sich trotz ihrer Größe heimelig anfühlt, ist für mich inzwischen wie ein zweites Zuhause geworden. Eine Erfahrung, die ich zukünftigen Sprachassistent/innen ans Herz legen möchte, ist es, einen Türkischsprachkurs zu besuchen. Durch das Erlernen der Landessprache eröffnen sich neue Zugänge zur fremden Kultur und es ist leichter, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen. Zudem ist es die ideale Gelegenheit, neue internationale Kontakte zu knüpfen. Im Kontext des heterogenen Sprachkurses habe ich neue Freunde u. a. aus Kamerun, Ägypten, Jordanien und dem Iran gefunden. An den Wochenenden bot sich mir die Möglichkeit, Tagesausflüge an nahegelegene Orte wie die antiken Ruinenstädte Olympos und Phaselis zu unternehmen oder auch hin und wieder in Ruhe in einem Café am Meer einen Çay zu trinken.

Ich hoffe, bald nach Antalya zurückkehren und mein zweites Jahr als Sprachassistentin an der Akdeniz Universität antreten zu können. Ich freue mich darauf, Kolleg/innen, Studierende und Freund/innen wiederzusehen, weitere Projekte und Ideen zu verwirklichen und neuen Herausforderungen zu begegnen. Dört gözle bekliyorum!

Lea Schwacke, 23.03.2020