Die Germanistik befindet sich im Zuge einer sich rapide verändernden Welt stets im Wandel und steht auch im Jahr 2021 vor neuen Herausforderungen. Die Studiengänge der Germanistik, Deutsch als Fremdsprache und Übersetzungswissenschaften von heute sind nicht mehr mit denen des 20. Jahrhunderts zu vergleichen. Wir konstatieren neue wissenschaftliche Perspektiven und gleichzeitig unterschiedlichste Motive und Interessen seitens der Studierenden, ein Studium zu beginnen sowie heterogene Lernerbiographien innerhalb der Klassenräume.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen scheint es nicht nur sinnvoll sondern auch notwendig nach der Rolle und Zukunft der Germanistik in diesen Zeiten zu fragen.

Um sich diesem Thema zu nähern, veranstalteten die Deutsche Botschaft Ankara, das DAAD-Informationszentrum Ankara und das Goethe-Institut Ankara am 23. und 24. Oktober 2021 ein Symposium für Nachwuchswissenschaftler/innen unter dem Titel „Zur Zukunft der Germanistik“.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten vom Kulturreferenten der Deutschen Botschaft Ankara Thomas Weich, dem Leiter des Goethe-Instituts Ankara Dr. Friedrich Dahlhaus sowie der Leiterin des DAAD-Informationszentrums Ankara Franziska Trepke. Den inhaltlichen Auftakt machte Assoc. Prof. Dr. Özlem Tekin von der Namik Kemal Üniversitesi in Tekirdag mit einer sehr detaillierten und reflektierten Bestandsaufnahme von Deutschstudiengängen in der Türkei, gefolgt von einem Blick auf die Auslandsgermanistik in Kroatien von Prof. Dr. Siegfried Gehrmann (Universität Zagreb).
Dr. Annegret Middeke, Dozentin an der Universität Göttingen und Geschäftsführerin des FaDaF (Fachverband für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache), war online mit dem Vortrag „Forschung ist Fortsetzung der Neugier mit anderen Mitteln“ – Mittel, Wege und Mittelwege der jungen DaF/DaZ-Forschung vertreten. Im Anschluss stellte Coretta Storz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der TU Chemnitz und Vorstandsmitglied des FaDaF, die Arbeit des Fachverbands vor und zeigte Möglichkeiten auf, wie sich internationale Nachwuchswissenschaftler*innen einbringen können. Zugleich war sie als Nachwuchswissenschaftlerin einer deutschen Hochschule eine wichtige Ansprech- und Diskussionspartnerin für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums, wenn es um Themen wie z.B. aktuelle Tendenzen der Forschung im Bereich Deutsch als Fremdsprache an deutschen Universitäten ging.

Dr. Yasemin Dayioglu-Yücel vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität Hildesheim führte einen Workshop zum Wissenschaftlichen Arbeiten und Publizieren im deutsch-türkischen Kontext durch.

Kulturell abgerundet wurde das Rahmenprogramm des ersten Tages mit einer Lesung und Diskussionsrunde des Schriftstellers Deniz Utlu, der aus seinen Büchern „Gegen Morgen“ und „Die Ungehaltenen“ vorließ.

Der Abend endete mit einem Empfang auf der Festwiese in der Deutschen Botschaft Ankara, bei dem die Referent/innen und Teilnehmer/innen den Tag Revue passieren und sich weiter vernetzen konnten.

Der zweite Tag startete mit einem Vortrag zu den Stipendienmöglichkeiten für Nachwuchswissenschaftler/innen und zur Deutschförderung des DAAD von der Leiterin des DAAD-Informationszentrums Ankara Franziska Trepke. Anschließend stellte Dr. Ahmet Terkivatan, Leiter für Information und Bibliothek am Goethe-Institut Ankara, die Bandbreite der Medien, die Fernleihe sowie die Onleihe der Bibliotheken der Goethe-Institute in der Türkei vor.

Den restlichen Teil des zweiten Programmtages wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst in Workshops aktiv werden und tauschten sich zu unterschiedlichen Themen im Bereich Landeskunde/Kulturwissenschaft, Translationswissenschaften – Bedeutung von Theorie und Praxis, Neue Wege des digitalen Lernens sowie Wissenschaftssprache Deutsch und Entwicklung von Deutschstudiengängen in der Türkei aus.