Im Gespräch mit der Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland in Istanbul, Dr. Regine Grienberger, und der Kulturattachée Katharina Dolezalek Einblicke in Diplomatie, globale Politik und deutsch-türkische Beziehungen
Das Programm begann mit einem offiziellen Empfang im Rektorat. Die deutschen Gäste wurden von Prof. Dr. Gonca Günay (Prorektorin für Forschung), Prof. Dr. Hasret Dikici Bilgin (Dekan der Fakultät für Sozial- und Geisteswissenschaften) sowie Emre Gönen (Dozent im Fachbereich Internationale Beziehungen) empfangen. Gemeinsam mit Dr. Onursal‑Beşgül und Dr. Yardımcı diskutierten sie über aktuelle Entwicklungen in den Bildungssystemen Deutschlands und der Türkei sowie den Wert akademischer Kooperation. Die historischen Verbindungen beider Länder sowie die Bedeutung gemeinsamer Forschungs- und Austauschprogramme wurden als zentrale Pfeiler der bilateralen Beziehung hervorgehoben.
Nach diesem institutionellen Gespräch trafen die Generalkonsulin und die Kulturattachée Studierende der Fachbereiche Internationale Beziehungen und Politikwissenschaft. Moderiert von Emre Gönen begann die Sitzung mit einer Vorstellung der jeweiligen Aufgaben der Gäste im Generalkonsulat. Frau Dolezalek betonte zudem die Bedeutung des Kulturaustauschs als Schlüsseldimension internationaler Zusammenarbeit und stellte ihre Arbeit an der Kulturakademie Tarabya vor, die durch Künstlerresidenzen und Kulturprogramme den deutsch-türkischen Dialog fördert. In der anschließenden Gesprächsrunde konnten Studierende Fragen zu Themen wie deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen, Deutschlands Migrationspolitik, EU-Sicherheitsstrategien, Deutschlands Haltung im Russland-Ukraine-Konflikt und Karrieren im diplomatischen Dienst stellen.
Den Abschluss bildete eine Führung durch das Archiv des Silahtarağa-Energiemuseums, organisiert vom universitären Archivarteam unter der Leitung von Amed Gökçen. Die Archivarin Başak Koşanay gab Einblicke in die historische Bedeutung des Museums anhand originaler Dokumente wie Bau- und Technische Zeichnungen, Korrespondenzen, Zeitschriften, Berichten und Fotografien. Besondere Höhepunkte waren Materialien, die Deutschlands maßgebliche Rolle beim Aufbau und Betrieb des Kraftwerks belegten – ein weiterer Beleg für die langjährigen historischen Verbindungen zwischen der Türkei und Deutschland. Gäste und Gastgeber waren sich einig, dass das Museum und sein Archiv eindrucksvoll die tiefgreifenden kulturellen und technologischen Austauschprozesse des vergangenen Jahrhunderts verdeutlichen.
Dieser Besuch war von großer Bedeutung, da er nicht nur den Dialog zwischen deutschen diplomatischen Vertretern und der akademischen Gemeinschaft der Istanbul Bilgi Universität förderte, sondern auch den Geist der Zusammenarbeit zwischen Türkei und Deutschland stärkte. Durch Gespräche mit Lehrenden, Studierenden und historischen Institutionen wurde erneut die tief verwurzelte Verbindung und das gemeinsame Bekenntnis zu akademischem Austausch, interkulturellem Verständnis und europäischen Werten unterstrichen.
Dr. Deniz Güneş Yardımcı

