Der 17. Türkische Internationale Germanistik-Kongress fand in Izmir statt
Die Dozentinnen und Dozenten der Abteilungen für Übersetzen und Dolmetschen sowie der Abteilung für deutsche Sprache und Literatur an der Philosophischen Fakultät der Ege Universität hatten in akribischer Vorarbeit den 17. Türkischen Internationalen Germanistik-Kongress, der alle zwei Jahre in Kooperation mit dem Türkischen Germanistenverband GERDER an jeweils unterschiedlichen Universitäten stattfindet, vorbereitet und haben ihn Mitte Mai 2025 mit großem Engagement und Erfolg durchgeführt. Auch der DAAD hatte den Kongress gefördert. Insgesamt 106 Teilnehmer:innen aus der Türkei und zahlreichen europäischen Ländern nahmen am Kongress teil. Die Vorträge wurden in den Sektionen Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Translationswissenschaft und Didaktik der deutschen Sprache (DaF/DaZ) präsentiert.
Am ersten Tag gabe es zunächst eine feierliche Eröffnung mit Grußworten des Dekans der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Selami Fedakar. Danach wurden die Gäste von den Kongressvorsitzenden Prof. Dr. Saniye Uysal Ünalan und Prof. Dr. Faruk Yücel aufs herzlichste begrüßt. Prof. Dr. Mehmet Tahir Öncü sprach in seiner Funktion als Vorsitzender des türkischen Germanistenvereins GERDER persönliche Grußworte aus, bevor die Anwesenden schließlich auch durch den deutschen Generalkonsul Ralf Schröer und die Leiterin des Goethe Institutes Izmir, Dr. Anne Schönhagen, begrüßt wurden und einen Einblick in die deutsch-türkischen Beziehungen und die Arbeit des Goethe Institutes bekamen.
Ein erstes wissenschaftliches Highlight der Eröffnung stellte der Plenarvortrag von Prof. Dr. Gabriele Dürbeck aus Vechta dar, die sehr eindrucksvoll zum Thema “Naturkulturelles Gedächtnis und anthropozäne Literatur” sprach. Eine musikalische Darbietung zweier Dozentinnen des Konservatoriums der Ege Universität sowie ein ägäischer Volkstanz von Studierenden derselben Einrichtung bildeten ein ästhetisches Highlight zum Abschluss. Nachdem der Nachmittag ganz den Vorträgen in den Sektionen galt, lud das deutsche Generalkonsulat abends zu einem Empfang im wundervollen Garten der Kunststiftung BAYETAV, einer restaurierten levantinischen Villa, ein. So konnten sich die Gäste in informeller Atmosphäre näher kennenlernen und austauschen, während für das leibliche Wohl gesorgt wurde. Eine Darbietung des Schauspielers Haydar Zorlu in deutscher Sprache zu Goethes “Faust” machte großen Eindruck auf die versammelten Gäste.
In den folgenden Tagen trugen neben all den renommierten Germanist:innen auch die türkeiweit tätigen DAAD-Lektoren bzw. Lehrassistenten mit ihren Beiträgen zum wissenschaftlichen Austausch bei. Dr. Susanne Lorenz, DAAD-Lektorin an der Universität Istanbul, trug zum Thema “Die Kontrolle über das Narrativ in einer postmigrantischen Gesellschaft am Beispiel von Fatma Aydemirs Roman Ellbogen” vor, während Dr. Michael Seyfarth, DAAD-Lektor an der Marmara Universität in Istanbul, über “Critical Incidents in der Kritik: Grenzen der interkulturellen Landeskunde und deren Überwindung” sprach. Auch stellte er in einer Sondersektion zu Projekten des DAAD und des Goethe-Instituts die vielfältigen Anwendungsmöglichkeit des vom DAAD entwickelten online Moduls Dhoch3 unter dem Titel “Dhoch3 in der Türkischen Deutschlehrkräftebildung” vor. Dr. Manuela Volz, DAAD-Lektorin an der Akdeniz Universität in Antalya, hielt einen Vortrag zum Thema “Politik der Translation: Handlungsstrategien kinderliterarischer Verlage in der Türkei – Eine empirische Untersuchung ausgewählter Verlage und ihrer Translate”. Maurice Vollerigh, der DAAD-Lehrassistent an der Marmara Universität in Istanbul, der zugleich ab dem Wintersemester 2025/26 DAAD-Lektor an der Uludağ Universität in Bursa sein wird, leistete einen Beitrag zum Thema “Interkulturelles Lernen durch mehrsprachige Bilderbücher: Ein Kriterienkatalog zur Auswahl mehrsprachiger Bilderbücher für den Deutschunterricht der Grundschule”. David Nicolas Fanz, DAAD-Lehrassistent an der Dokuz Eylül Universität Izmir, regte mit seinem Vortrag “Überlegungen und Hypothesen zu partizipativer Landeskunde im DaFUnterricht” ebenfalls eine anregende Diskussion an.
Auch ehemalige DAAD-Lektorinnen nahmen an diesem Kongress teil und wurden von ihren früheren türkischen Kolleg:innen sehr herzlich begrüßt, z.B. Dr. Cornelia Zierau (Paderborn), Prof. Dr. Yasemin Dayıoğlu Yücel (Essen), Dr. Petra Heinrichs (Köln) und Dr. Katharina Maria Müller (Istanbul).
Am letzten Tag des Kongresses wurde eine sehr einrucksvolle Exkursion nach Pergamon angeboten. Dank der fachkundigen Führung der stellvertretenden Leiterin der Ausgrabungen in Pergamon, Prof. Dr. Güler Ateş, konnten die Kongressteilnehmer:innen die Entwicklung und die Geschichte der antiken Stadt Pergamon mit dem berühmten Zeusaltar hautnah kennenlernen. Zugleich bot der Ausflug die Möglichkeit zu einem geselligen Beisammensein als Abschluss des Kongresses. Es entstanden viele Kooperationsideen und –initiativen. Auch die ca. 50 studentischen Hilfskräfte aus den beiden deutschsprachigen Abteilungen trugen wesentlich zum Gelingen der Organisation bei und wurden auf der Abschlussitzung gewürdigt.
Dr. Nilgün Yüce









