Nachrichten aus der Türkisch-Deutschen Universität
Das neue Wohnheim, in das zum Wintersemester 2025/2026 die ersten Studierenden aufgenommen werden konnten, wurde am 9. Februar 2026 feierlich eingeweiht. Auf einer Baufläche von ca. 14.500 m² entstanden neben den Wohnheimplätzen für 339 Frauen und 185 Männer hochmoderne sportliche und soziale Einrichtungen wie z.B. eine Fitness- und Sporthalle, die auch den Beschäftigen der TDU zur Verfügung stehen. Ein Einkaufsbereich mit Supermarkt, Cafeteria, Friseursalon etc. ist im Entstehen.
Zusammen mit dem bestehenden Studierendenwohnheim auf dem Campus für 124 Studierende beträgt die Gesamtkapazität nun 648 Wohnheimplätze. Das entspricht 13 % der Gesamtstudierendenzahl und ist damit ein guter Schritt, wenn auch noch etwas unter dem Durchschnitt der türkischen Universitäten.
Zur feierlichen Eröffnung, an der neben der Universitätsleitung auch zahlreiche Studierende und Mitarbeitende der TDU aus Wissenschaft und Verwaltung teilnahmen, überbrachten auch der Vizegouverneur von Istanbul, Hasan Gözen, die stellvertretende Bürgermeisterin von Beykoz, Özlem Vural Gürzel sowie weitere leitende Personen aus Istanbul, insbesondere natürlich des Bezirks Beykoz, ihre Glückwünsche.
Rektor Yıldız betonte in seiner Eröffnungsansprache, dass das Studierendenwohnheim einen bedeutenden Beitrag zum akademischen, sozialen und sportlichen Leben der Studierenden leisten wird. Er konnte gleichzeitig die Gelegenheit nutzen, der Kickbox-Mannschaft der Universität, die die TDU bei der Türkiye Ünilig Kickbox-Meisterschaft erfolgreich vertreten hatte, eine Dankesurkunde und Geschenke zu überreichen.
An die Ansprache und die feierliche Durchschneidung des Eröffnungsbandes schloss sich eine Besichtigung der Wohnheimgebäude und eine Einladung an alle Teilnehmenden zu einem gemeinsamen Imbiss an.

Nach dem erfolgreichen Prozess der institutionellen Akkreditierung durch den Qualitätsausschuss für das Hochschulwesen YÖKAK beginnend mit der Berichterstattung im Herbst 2023 über die Begehung durch die Gutachter*innen bis zur Vergabe des Zertifikates im April 2024 wurde nun die Akkreditierung der Bachelorstudiengänge begonnen.
Dabei werden die stark nach deutschen Curricula ausgerichteten Studiengänge der Fakultät für Ingenieurwissenschaften (Mechatronik, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Bauingenieurwesen) durch die international renommierte deutsche Akkreditierungsagentur „ASIIN e.V.“ begutachtet. Momentan werden an der Fakultät die geforderten Selbstberichte erstellt, die Begehung durch die Gutachter*innen wird Anfang Juni erfolgen.
Die Begehung durch die Gutachter*innen der türkischen Agentur „FEDEK“ für Natur-, Literatur-, Sprach-, Geschichts- und Geographiewissenschaften erfolgte vom 15. bis 17. Februar.
Schon Ende Oktober des vergangenen Jahres hatte der zweitägige Besuch des Teams der Gutachter*innen der türkischen Akkreditierungsagentur „STAR“ an der Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften stattgefunden. Das Team, das aus je einer/m Expertin/en für Volkswirtschaftslehre, für Betriebswirtschaftslehre und für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen sowie einer studentischen Gutachterin bestand, beendete nach Treffen mit dem Dekanat und den Fachbereichsleitern, dem akademischen und administrativen Personal, den Interessengruppen und den Studierenden zu Begrüßungs- und Bewertungsgesprächen, einer Campusbesichtigung und dem Besuch zahlreicher weiteren Einrichtungen das anspruchsvolle zweitägige Programm mit einer Abschlusserklärung in Anwesenheit von Rektor Prof. Yıldız.
Mögliche positive Akkreditierungsergebnisse sind die Erteilung der Akkreditierung für zwei Jahre mit entsprechenden Verbesserungsvorschlägen sowie die Akkreditierung für fünf Jahre.
Mit der Gründung einer Koordinierungsstelle für Projektantragsunterstützung will die TDU ihre Wissenschaftler*innen künftig gezielt bei der Antragstellung zu nationalen und internationalen Förderaufrufen unterstützen und damit eine nachhaltige Infrastruktur schaffen, um Forschungsfördermittel systematisch zu akquirieren und die nationale und internationale Sichtbarkeit der TDU im Forschungsbereich weiter zu steigern.
Durch die fachkundige Beratung und Begleitung der Forscher*innen bereits in der Konzeptionsphase von Projektanträgen sollen die Erfolgschancen bei der Beantragung von Drittmitteln bei nationalen und internationalen Ausschreibungen weiter erhöht werden.
In Zusammenarbeit mit der Hochschule Bielefeld (HSBI) und der Universität Bielefeld wurde vom 1. bis 5. Dezember 2025 in Bielefeld eine Internationale Winter School für die Doktorandinnen und Doktoranden des Promotionsprogramms Betriebswirtschaftslehre der TDU durchgeführt.
Das vom DAAD geförderte Programm hatte zum Ziel, die methodischen Kompetenzen der Promovierenden zu stärken, ihre internationalen akademischen Netzwerke auszubauen und ihnen Erfahrungen im Bereich der industriellen Promotionsprozesse zu vermitteln.
Neben den Möglichkeiten zum wissenschaftlichen Austausch in Form von Vorträgen und Diskussionen, eines Promotionskolloquiums und der Präsentation der laufenden Forschungsarbeiten der Doktorandinnen und Doktoranden sowie eines breiten wissenschaftlichen (quantitativen und qualitativen) Methodentrainings bot das Programm durch Unternehmensbesuche den Promovierenden einen Einblick in die unternehmerische Praxis und einen Blick auf Möglichkeiten der Kooperation zwischen Industrie und Hochschule.
Die in diesem Jahr erstmals durchgeführte und erfolgreich abgeschlossene Internationale Winter School unterstreicht erneut die Bedeutung, die die TDU der internationalen akademischen Zusammenarbeit sowie der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Doktorandinnen und Doktoranden des Promotionsprogramms Betriebswirtschaftslehre beimisst. Die interdisziplinäre und internationale Ausrichtung des Programms förderte einen nachhaltigen wissenschaftlichen Austausch zwischen Promovierenden und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen akademischen Kulturen. Auf Grundlage der äußerst positiven Rückmeldungen wird angestrebt, die Winter School auch in den kommenden Jahren regelmäßig fortzuführen und insbesondere neue sowie vertiefte akademische Kooperationen mit unserer Partnerhochschule HSBI zu entwickeln. In diesem Sinne stellt das Programm nicht nur eine Bildungsmaßnahme dar, sondern fungiert zugleich als dauerhafte internationale Plattform, die zur Entwicklung langfristiger strategischer akademischer Partnerschaften beiträgt.
Die Türkisch – Deutsche Universität (TDU) hat sich seit ihrer Gründung auf der Basis eines deutsch-türkischen Regierungsabkommens (2008) als bedeutendes binationales akademisches Kooperationsprojekt etabliert. Als staatliche türkische Universität unterliegt die TDU der türkischen Hochschulgesetzgebung und soll die wissenschaftlichen Stärken beider Länder miteinander verbinden. Unterstützt wird die TDU durch ein Konsortium (K-TDU) zahlreicher namhafter deutscher Partnerhochschulen, die dazu beitragen, die Qualität von Lehre und Forschung zu sichern.
Gründungspräsidentin des K-TDU war Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth. In ihrer Nachfolge steht seit der Mitgliederversammlung des K-TDU im Februar 2025 Frau Professor Dr. Sabine Kunst als Präsidentin an der Spitze dieses Konsortiums. Der DAAD ist auf deutscher Seite durch das damalige Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), heute Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), und das Auswärtige Amt (AA) mit der Koordinierung der Gründung der Türkisch-Deutschen Universität und der Umsetzung des Projekts beauftragt. Die Geschäftsstelle des Konsortiums ist im DAAD angesiedelt. Der Generalsekretär des DAAD, Dr. Kai Sicks, ist der Vizepräsident des K-TDU für Verwaltung und Finanzen.
20 Gründungsmitglieder (19 Hochschulen und der DAAD) nahmen im Jahr 2009 an der Gründungssitzung des K-TDU teil, 6 weitere Mitglieder schlossen sich im folgenden Jahr an. Auf der Mitgliederversammlung am 20. Februar 2026 konnte mit der Ludwig-Maximilians-Universität München das 40. Mitglied aufgenommen werden.
Mit der Unterstützung der LMU München soll in der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften der TDU ein aus den zwei separaten Fachgebieten Turkistik und Germanistik zusammengesetzter 2-Fach-Bachelorstudiengang aufgebaut werden.
Eine Liste der Mitglieder des K-TDU ist zu finden unter:
https://www.tau.edu.tr/deutsche-partner
Gremien des Konsortiums K-TDU e.V. sind neben der jährlich einmal tagenden Mitgliederversammlung zum einen das dreimal pro Jahr zusammenkommende Präsidium, dem als Vizepräsident*innen auch die Vertreter*innen der federführenden Hochschulen angehören, siehe Webseite.
Ein weiteres wichtiges Gremium ist der Beirat unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig und Vizepräsidentin der Hochschulrektorenkonferenz. Dem Beirat gehören neben den von der Mitgliederversammlung gewählten Mitgliedern als „geborene“ Mitglieder die Wissenschaftsorganisationen wie HRK, DFG und KMK sowie Vertretungen der oben genannten Ministerien an.
Der zum größten Teil in deutscher Sprache erfolgende Lehrbetrieb an der TDU wird gemeinsam von türkischen Wissenschaftler*innen, von deutschen „Langzeitdozent*innen“ und Fachkoordinator*innen und von aktuell ca. 80 Personen als „Flying Faculty“ aus Deutschland gestaltet. Das Team der deutschen Sprachlehrkräfte, Lektor*innen, Dozent*innen und Fachkoordinator*innen vor Ort besteht aktuell aus ca. 40 Personen. Interessante Stellen zur Mitwirkung sind immer wieder ausgeschrieben.
Dr. Stefan Bildhauer, Koordinator für administrative und internationale Angelegenheiten K-TDU