Am 12. und 13. November 2019 wurde an der Hacettepe Universität in Ankara mit Unterstützung der Deutschen Botschaft Ankara, dem DAAD-Informationszentrum Ankara sowie der Konrad Adenauer Stiftung Türkei die Eröffnung des neu gegründeten

Forschungszentrums für türkisch-deutsche Studien (HÜTAI: Hacettepe Üniversitesi rk-Alman İlişkileri Uygulama ve Araştırma Merkezi) gefeiert.

Ziel des neuen Forschungszentrums ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Türkei, vor allem im akademischen Bereich, sowie die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den deutsch-türkischen Beziehungen auf interdisziplinärer Ebene.
In Deutschland gibt es bereits mehrere deutsch-türkische Zentren an Hochschulen oder Nichtregierungsorganisationen. Bisher gab es jedoch keine akadamisch basierten Zentren in der Türkei, die in diesem Bereich agieren. Mit dem HÜTAI-Forschungszentrum wird nun ein Beitrag geleistet, diese Lücke zu schließen.
Das Verwaltungskomitee des Forschungszentrums besteht aus dem Leiter, Assoc. Prof. Dr. Murat Önsoy (Fachbereich für Internationale Beziehungen) sowie den zwei Vizeleitern Assoc. Prof. Dr. Mutlu Er (Fachbereich für Deutsche Sprache und Literatur) und Assoc. Prof. Dr. Uğur Sadioğlu (Fachbereich für Politikwissenschaften). Als Vorstandsmitglied wirkt außerdem ein DAAD-Alumni, Assoc. Prof. Dr. Levent Börü, aus dem Fachbereich der Rechtswissenschaften mit.
Alle Akademiker haben einen Deutschlandbezug und einen Teil ihrer wissenschaftlichen Karriere in Deutschland verbracht.
Im Beirat sind zudem weitere Akademiker/innen aus Deutschland sowie der Türkei vertreten.

Weitere Informationen zum Forschungszentrum finden Sie hier: http://www.hutai.hacettepe.edu.tr/de/

für die türkische Version auf der Webseite folgenden Link nutzen:
http://www.hutai.hacettepe.edu.tr/tr/

Die Veranstaltung wurde von Assoc. Prof. Dr. Murat Önsoy, dem Leiter von HÜTAI, eröffnet und mit Grußworten des Rektors der Hacettepe Universität Prof. Dr. Haluk Özen, des Botschafters der Deutschen Botschaft Ankara Herrn Martin Erdmann sowie eines Vertreters der Konrad-Adenauer-Stiftung Türkei ergänzt.
Auch die Leiterin des DAAD-Informationszentrums Ankara, Franziska Trepke, beteiligte sich an den Eröffnungsreden.
Sie freute sich, die Veranstaltung im Namen des DAAD miteröffnen und den Prozess der Gründung des Forschungszentrum für türkisch-deutsche Studien von Anfang an miterleben zu dürfen. Sie verwies auf die vielen deutschen Wissenschaftler/innen, die an türkischen Hochschulen zu finden sind, aber auch auf die vielen türkischen Wissenschaftler/innen, die in Deutschland geboren oder aufgewachsen sind bzw. einen Teil ihrer akademischen Laufbahn dort verbracht haben und nun im ganzen Land verteilt tätig sind.
Auch wenn in den vergangenen Zeiten im politischen Bereich die ein oder andere Schlechtwetterlage zu meistern gewesen sei, lassen die Zahlen der deutsch-türkischen Hochschulkooperationen doch erfreuliche Ergebnisse aufzeigen. So gibt es nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im November 2019 über 1.500 Hochschulkooperationen zwischen deutschen und türkischen Hochschulen, was eine beachtliche Zahl ist. Frau Trepke wies außerdem auf die vielen türkischen Studierenden hin, die derzeit an deutschen Hochschulen immatrikuliert sind, aber auch darauf, dass nach Angaben des Hochschulrats YÖK Deutschland auf Platz 7 bezogen auf internationale Studierende in der Türkei liege. Diese Zahlen verdeutlichen die große Mobilität zwischen Studierenden und Wissenschaftlen beider Länder, daher sei es umso erfreulicher, dass die deutsch-türkischen Beziehungen im wissenschaftlichen Bereich nun endlich mit einem Forschungszentrum in Ankara institutionalisiert werden und somit den engen Verflechtungen beider Länder Rechnung getragen wird.

Mit der Eröffnungsfeier am 12./13.11. wurde zugleich der I. Internationale Kongress zu türkisch-deutschen Studien ausgerichtet, zu dem eine Vielzahl an hochrangingen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und der Türkei eingeladen war. Auch aktuelle sowie ehemalige DAAD-Lektor*innen, wie z.B. die Literaturwissenschaftlerin Dr. Yasemin DAYIOĞLU YÜCEL, die von 2005-2010 sowie von 2015-2017 als DAAD-Lektorin an der Istanbul Universität tätig war und Andreas Waibel (2014-2019 DAAD-Lektor an der Universität Teheran im Iran) waren anwesend. Außerdem beteiligten sich die DAAD-Lektorin Dr. Nilgün Yüce von der Akdeniz Universität sowie Dr. Valentin Rauer, DAAD-Langzeitdozent an der Türkisch-Deutschen Universität in Istanbul, mit wissenschaftlichen Beiträgen.

Mit über 300 Gästen erfreute sich die interdisziplinäre Veranstaltung bei Studierenden und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachbereiche und auch von außerhalb der Universität großem Interesse.

Zum Programm der Veranstaltung gelangen Sie hier:
http://fs.hacettepe.edu.tr/hutai/fotogaleri/Kongre%20Program%C4%B1%20Almanca.pdf

(Für die türkische Version auf der Webseite folgenden Link nutzen:
http://fs.hacettepe.edu.tr/hutai/fotogaleri/Kongre%20Program%C4%B1%20T%C3%BCrk%C3%A7e.pdf